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Amelia

Die buddhistische Praxis, Tiere zu befreien, oder: Ein Schweinchen namens Amelia.

Im Buddhismus wird gelehrt, dass alle Wesen Glück und Leid empfinden, und der Wunsch nach Glück nicht nur uns Menschen vorbehalten ist.
In den vier edlen Wahrheiten erlaubt uns der Buddha, mittels eigener Erfahrung zu erkennen, dass alles Leiden durch Ursachen bedingt ist, und wir diese Ursachen beenden können. Den Weg zur Leidfreiheit zeigt uns der Buddha anhand des edlen achtfachen Pfads. Während wir Menschen die Möglichkeit haben, nach den Ursachen unseres Leides zu forschen und Gegenmittel anzuwenden, bleibt den Tieren dies im tieferen Sinne verwehrt.
Eine unvorstellbar hohe Zahl an Tieren leidet entsetzlich unter der Nutzung und Haltung durch den Menschen. Dies trifft besonders die Tiere, die für Nahrungszwecke gezüchtet werden.
Eine gängige Praxis in den buddhistischen Mahayana-Traditionen ist deshalb, Schlachttiere zu befreien und sie vor Tod oder Gefahr zu retten. In Tibet und Taiwan wird diese religiöse Praxis von besonderen Ritualen begleitet.
Unsere Freunde des DVA - Chapters Taiwan praktizieren regelmäßig und sehr engagiert, unter Anleitung des ehrwürdigen Meister Hai Tao, den Freikauf von Schlachttieren aus Märkten oder Restaurants.
Tiere zu befreien und ihnen das Leben zu schenken, basiert auf der grundlegenden buddhistischen Lehre der Gewaltlosigkeit, denn das Leben des Tieres ist das Kostbarste, was es besitzt, und wir Buddhisten sind angehalten, keinem Wesen das Leben zu nehmen und keines zu verletzen.
Diese heilsame Handlung aber führt nicht nur zum Glück des Tieres, welches bis an sein natürliches Lebensende versorgt in sicherer Umgebung leben darf, sondern auch zu unserem eigenen Glück.
Kürzlich erfuhren wir vom Schicksal eines kleinen Schweinchens, das es mit seinen Artgenossen weltweit teilt: Kaum ein halbes Jahr alt, stand dem jungen Tier die Schlachtung bevor (Anm.: Schweine haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von ca.15 Jahren).
Eine Frau wandte sich an uns mit der Bitte um Rat und Unterstützung.
Als Angestellte eines bäuerlichen Kleinbetriebs mit Schweinemast in Biohaltung berichtete sie, wie sehr sie stets die Ankunft der Jungschweine berührt, die neugierig und lebensfroh Kinder ähneln und wie traurig es sie stimmt, wenn diese, noch keine "Teenager", zum Schlachten abgeholt werden.
Ein Schweinchen bekam diesmal unbewusst ihre besondere Fürsorge. Die positiven Eigenschaften, die Schweine vereinen, nahm sie bei der kleinen Schweinedame besonders intensiv wahr. Sie erhielt den Namen Amelia.
Dass ihre einzige Bestimmung sei, zu Fleisch und Wurst verarbeitet zu werden, bereitete ihr Kummer. Wohl bewusst, dass sie nicht alle Tiere retten könne, wollte sie wenigstens Amelia das Leben schenken und wir versprachen, sie dabei zu unterstützen.
Mit Hilfe von Freunden, die sich ehrenamtlich und unermüdlich für Tierrettungen und Tierschutz einsetzen, konnte ein Gnadenhof gefunden werden, der Amelia lebenslange Zufluchtsstätte sein wird. Gütige Menschen, die sich bereit erklärten, die finanzielle Unterstützung zu übernehmen, fanden sich kurz darauf.
Kritische Stimmen gegen den Freikauf wurden laut, mit dem häufig genannten Argument, dass Amelia zwar ein kurzes Leben hätte, jedoch - als Bioschwein- ein "glückliches".
Auch wenn die vorgeschriebenen Standards der ökologischen Tierhaltung und Tiernutzung den Tieren in der Regel eine vielfältiger gestaltete Umgebung mit Tageslicht und frischer Luft und mehr Platz als in konventioneller Tierhaltung bietet, so bemisst sich der Wert des Lebens der Tiere hier ebenso nur nach der ökonomischen Verwertbarkeit ihrer Körper.
Erinnern wir uns an die praktische Anleitung zur Beendigung des Leidens, auch der edle achtfache Pfad genannt, in welchem der Buddha unmissverständliche Anweisungen zum rechten Lebenserwerb gibt: Es werden fünf Arten von Tätigkeiten genannt, die ein buddhistischer Laie nicht ausüben und zu denen er andere nicht veranlassen sollte. Neben dem Handel mit Waffen, Rauschmittel und Giften, soll auch der Handel mit Lebewesen, Tierzucht und der Handel mit Fleisch unterlassen werden. Das betrifft auch die an einigen buddhistischen Pilgerstätten entstandene Kommerzialisierung dieser Praxis: Gutgläubigen Menschen werden eigens zu diesem Zweck gefangene Tiere zum Freikauf angeboten (Vögel, Fische, etc.), um diese dann vermutlich baldigst wieder einzufangen und somit einen Lebenserwerb zu erlangen. Um auf Kosten der Tiere Profit zu machen wird sogar diese mitfühlende Praxis von Einzelnen missbraucht.
In der westlichen Welt bieten Gnadenhöfe oder Tierschutzorganisationen die Möglichkeit, Tiere vor Tod und Leid zu schützen, indem man diese mit Tierpatenschaften, oder Geldspenden unterstützt.
Geshe Ngawang Thapkhe, tibetischer Gelehrter und spiritueller Berater der DVA Deutschland, erklärt die Praxis der Tierbefreiung als einen besonderen Akt des Mitgefühls und äußerst heilsame Handlung, die allen Beteiligten großen Nutzen bringt.
Wer aber regelmäßig und dauerhaft Tierrettungen praktizieren möchte, so Geshe la, sollte konsequent auf Fleisch und Fisch verzichten und, wenn möglich, diesen Verzicht schrittweise auch auf andere tierische Produkte ausweiten. Denn wer kein Fleisch konsumiert, rettet Leben.

Unsere Aufgabe von Dharma Voices for Animals ist es, dafür Bewusstsein zu schaffen.

Darüber hinaus kann mit der rechten Motivation großes Verdienst angesammelt werden, indem wir, neben einer achtsamen und mitfühlenden Ernährung, Tiere vor Leid und Tod bewahren.

Möchtest Du eine Patenschaft für ein gerettetes Tier übernehmen, oder Dich über die Praxis der Tierbefreiung näher informieren? Dann freuen wir uns über Deine Mail: info@dharmavoicesforanimals.de

 

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