Was der Buddha über das Essen von Tieren lehrte

Einleitung

Als Praktizierende des buddhistischen Dharmas versuchen wir immerzu, so zu handeln, dass das Leiden in der Welt reduziert wird, sowohl für uns selbst, als auch für andere. Wenn es um Tiere geht, hat die größte Auswirkung auf deren Leiden die Entscheidung, ob wir sie essen oder nicht.

Was die Ernährung betrifft, die mit dem Dharma übereinstimmt, so bieten die Schriften eine Anzahl von Belehrungen, die uns helfen, zu entscheiden, was rechtes Essen ist. Für all jene, die versuchen, den Dharma in allen Aspekten ihres Lebens zu verwirklichen, ist dies eine Frage, die sich jeder stellen muss. Nur nach gründlicher und ehrlicher Überprüfung können wir entscheiden, was in diesem Bereich die richtige Handlung ist.

Die Geschichte der Schriften

Jede Überprüfung beginnt mit der grundlegenden Frage nach der Authentizität der Schriften und den darin enthaltenen Lehrmeinungen. Dies ist das Thema wichtiger und ungelöster Debatten. Es gibt eine universelle Übereinstimmung, dass nach dem Ableben des Buddhas seine Lehren über Jahrhunderte hinweg mündlich überliefert wurden. Während dieser Zeit teilte sich der Buddhismus in zahlreiche Sekten, einstmals bis zu 18, die alle ihre eigenen Schriften besaßen. Als die Lehren endlich in Schriftform festgehalten wurden, unterschieden sich die schriftlichen Versionen in bedeutendem Maße und spiegelten den fehlenden Konsens wider, was denn nun die originale Lehre sei.

Die beiden größten Zweige des modernen Buddhismus sind Mahayana und Theravada, und trotz bestehender Abweichungen gibt es Übereinstimmungen bei vielen, um nicht zu sagen bei den meisten fundamentalen Lehrsätzen. Statt also nun eine Position zur Authentizität der Schriften einzunehmen, wird unsere Diskussion beide Zweige kombinieren, außer wenn es um den Abschnitt des richtigen Essens geht. (Zitate aus den Sutras stammen aus dem Mahayana, solche aus Suttas und Nikayas sind theravadisch.) In beiden Traditionen führen jedoch die Lehren gleichermaßen zu der Schlussfolgerung, dass "rechtes Essen“ nicht den Verzehr von Tieren beinhaltet.

Moral

Wichtigkeit

Die Moral spielt sowohl im Mahayana-Buddhismus als auch im Theravada-Buddhismus eine zentrale Rolle. In dem oft zitierten Kalama Sutra stellt Buddha Shakyamuni eindeutig fest, dass es unabhängig von unserer Meinung zu Karma und Wiedergeburt moralische Verpflichtungen gibt, derer wir uns sicher sein können: Wir müssen Hass, Bosheit und Schmutz entsagen und die Reinheit des Gewissens kultivieren. Völlig unabhängig von dem, was unsere Meinung zu anderen Themen ist, ganz egal, wie wichtig diese sind: auf Moral kann nicht verzichtet werden:

Der Schüler der Noblen, Ihr Kalamer, der frei ist von Hass, frei von Bosheit, dessen Geist nicht beschmutzt ist, sondern gereinigt, ist jemand, bei dem diese vier Zusicherungen jetzt und hier gefunden werden.

Moralität ist auch die Grundlage für die dreifache Unterteilung der Moral (sila), Konzentration (samadhi) und Weisheit (panna), wie sie in dem edlen Achtfachen Pfad gefunden werden, und ohne die Entwicklung der Moral können Konzentration und Weisheit nicht in angemessenem Maße kultiviert werden (sila, samadhi, panna, und tikotiparisuddha (siehe unten) sind Pali-Begriffe):

Der edle Achtfache Pfad ist in den drei Aggregaten enthalten. Rechte Rede, rechtes Handeln und rechtes Leben - diese drei Zustände sind in dem Aggregat der Tugend enthalten.

(Culavedalla Sutta, Majjhima Nikaya 44:11)

Komm, Bhikkhu (Bettler) sei tugendhaft, zügele Dich dank der Einschränkungen des Patimokkha, des Regelwerks für buddhistische Mönche, sei vollkommen in Benehmen und Zufluchten und, Angst habend vor den kleinsten Fehlern, übe Dich in den vorgeschriebenen Übungen.

(Dantabhumi Sutta, Majjhima Nikaya 125:15)

Dies ist solch ein wesentlicher Punkt, dass er in der allerersten Zeile des von Buddhaghosa geschriebenen Vissudhimagga erwähnt wird, die als die klassische Abhandlung über die Theravadin-Meditation erachtet wird. “Wenn ein weiser Mann, fest in den Tugenden verankert, Bewusstsein entwickelt und Verständnis, dann gelingt es ihm als ein Bhikkhu, leidenschaftlich und weise, dieses Gewirr zu entwirren.” (Zitat aus Samyutta Nikaya i. 13)

Nicht-Töten

Das erste aller moralischen Verbote, und auch eines, das von allen Schulen und Linien des Buddhismus akzeptiert und geteilt wird, ist das erste Gebot - Du sollst nicht töten: Ich verspreche nach dem Gebot, vom Zerstören lebender Kreaturen Abstand zu nehmen.

Diese Gewohnheit, nicht zu töten und auch keinen Schaden zuzufügen, entspringt der gleichen Eigenschaft, die den Buddha dazu brachte, die Einsamkeit zu beenden, die auf seine Erleuchtung folgte, und in die Welt zu gehen, um zu lehren: Mitgefühl. So, wie seine Absicht, die Vier Edlen Wahrheiten zu verkünden, als Leitfaden gedacht war, um Leiden zu beenden, so stammt auch das erste Gebot, das anerkennt, dass alle Wesen leben und frei von Leid sein wollen, aus genau dem gleichen Mitgefühl. Der Akt des Tötens und des Beendens von Leben ist ein Gräuel für dieses Leitmotiv. Das Töten ist ein Erscheinungsbild der kranken Wurzel dosa, oder des bösen Willens und ist die Ursache für das Leiden von einem selbst und anderen:

Nachdem er selbst das Töten von Leben aufgegeben hatte, lebte der asketische Gautama Abstand haltend vom Töten, ohne Stock oder Schwert, gewissenhaft, mitfühlend, sich sorgend um das Wohlergehen aller lebenden Wesen.

(Brahmajala Sutra)

Hier sagt sich ein nobler Schüler, der das Zerstören von Leben aufgegeben hat, frei vom Zerstören von Leben.

(Strömungen, Anguttara Nikaya 8:39(4))

Ich bin jemand, der leben möchte, jemand der es nicht wünscht, zu sterben; ich wünsche mir glücklich zu sein, und ich möchte nicht leiden. Da ich jemand bin, der leben möchte ... und nicht leiden möchte, würde es mir nicht gefallen, wenn jemand mir das Leben nehmen würde, ich wäre nicht damit einverstanden. Wenn ich nun jemand anderem das Leben nehmen wollte - von irgendjemand, der leben möchte, der nicht sterben möchte, der glücklich sein will und nicht leiden möchte - dann würde es demjenigen auch nicht gefallen, und er wäre nicht damit einverstanden. Was mir missfällt und was mir nicht gut tut, missfällt auch anderen, tut auch anderen nicht gut. Wie kann ich  einem anderen zumuten, was mir selbst missfällt, was mir nicht gut tut? Wer hierüber nachgedacht hat, nimmt Abstand vom Zerstören von Leben, ermahnt andere, vom Zerstören von Leben Abstand zu nehmen und spricht lobend vom Verzicht, Leben zu zerstören.

(Sotapattisamyutta, Die Menschen von Bamboo Gate, Samyutta Nikāya 55:7)

Wichtig: Das Verbot zu töten bezieht sich nicht nur auf jemanden, der selbst ein Tier tötet. Es bezieht sich auf jeden, der andere zum Töten anstiftet. Dies erkennt an, dass man sich seiner Verantwortung nicht dadurch entledigen kann, dass man jemand anderen damit beauftragt auszuführen, was man selbst nicht tun will. Wenn Du also jemanden anstiftest, für Dich zu töten, oder Du Dich mit jemandem zusammen tust, damit dieser tötet, dann bist Du moralisch in gleichem Maße dafür verantwortlich, wie wenn Du das Töten selbst ausgeführt hättest:

Alle Wesen fürchten die Gefahr, das Leben ist ihnen allen teuer. Wenn man dies berücksichtigt, dann wird man weder töten, noch andere zum Töten auffordern.

(Dhammapada, 129)

Man soll kein einziges Lebewesen töten, nicht veranlassen, dass es getötet wird und auch nicht andere auffordern, es zu töten.

(Nalaka Sutta, Sutta Nipata III:11(26-27))

Diese Meinung über Mitgefühl und liebende Güte für alle Lebewesen findet sich auch in diesen bekannten Aussprüchen wieder:

Mögen alle Lebewesen gesund sein. Mögen alle Lebewesen in Frieden und in Ruhe leben. Mögen alle Lebewesen sicher sein. Mögen alle Lebewesen glücklich sein. Mögen alle Lebewesen frei von Leid sein.

Dies sind keine leeren Worte oder Ideen, die man auf die leichte Schulter nimmt. Sie sind dazu gemacht, jeden Moment des Lebens gelebt zu werden.

Tiere

Während dieses moralische Gebot auf den ersten Blick Ähnlichkeit mit der jüdisch-christlichen Ermahnung ″Du sollst nicht töten” der zehn Gebote zu haben scheint, gibt es doch einen gravierenden Unterschied. Während sich die zehn Gebote nur auf Menschen beziehen, ist es anerkanntes Allgemeinwissen, dass sich das buddhistische Gebot auf die Gesamtheit der empfindungsfähigen Lebewesen bezieht - lebende Wesen, die Schmerz empfinden - inklusive Tieren. Oftmals wird zitiert:

Lass ihn weder Leben zerstören noch andere dazu bringen, Leben zu zerstören, überhaupt kein Leben, und bestrafe die Taten derer, die dies tun. Halte ihn sogar davon ab, irgendeine Kreatur zu verletzten, sowohl die starken, als auch solche, die in Angst durch die Welt gehen.

(Dhammika Sutta, Sutta Nipata II:14(19))

Sei es eine Kreatur der Erde oder der Luft, jeder, der hier einem lebenden Wesen schadet, jeder, der kein Mitgefühl hat mit allem, was da lebt, der sei als verkommener Mensch bekannt.

(Sutta Nipata)

Ich empfinde liebevolle Güte für die Kreaturen ohne Beine; für alle mit zwei Beinen empfinde ich liebevolle Güte. Ich empfinde liebevolle Güte für alle mit vier Beinen, und für alle mit vielen Beinen empfinde ich liebevolle Güte.

Mögen alle Wesen, alle lebenden Wesen, alle Kreaturen, jeder einzelne, glückliche Fügungen erfahren; möge niemandem etwas Schlechtes zustoßen. 

(Schlangen, Anguttara Nikaya 4:67)

Buddhaghosa hat auch Wert darauf gelegt, hinzuweisen, dass Güte einer der
″Zustände sei, die mit der Willenskraft beginnen, die jemand aufbringt, der davon absieht, lebende Wesen zu töten...” (I 17)
Sowohl in den Theravada- als auch in den Mahayana-Schriften muss man, um den Dharma zu respektieren, es unterlassen, Tiere zu töten.

Während das oben Gesagte schon Grund genug ist, keine Tiere zu töten, gibt es noch eine andere Begründung für die Praktik, keinem empfindungsfähigen Lebewesen Schaden zuzufügen. Nach den Lehren ist man an einem gewissen Punkt mit jedem einzelnen existierenden Lebewesen verwandt:

Alle männlichen Wesen waren meine Väter, und alle weiblichen Wesen waren meine Mütter. Es gibt kein einziges Wesen, das mich nicht während meiner früheren Leben geboren hat, und deshalb sind alle Wesen der Sechs Daseinsbereiche meine Eltern.

Wenn also eine Person eines dieser Wesen tötet und isst, schlachtet sie dadurch meine Eltern. Weiterhin tötet sie einen Körper, der einmal der meine war, da alle Elemente der Erde und des Wassers früher Teile meines Körpers waren, und alle Elemente von Feuer und Wind meinem Fleisch als Grundlage dienten.“

(Brahmajala Sutra)

Es ist nicht einfach, Bhikkhus, ein Wesen zu finden, das im Verlauf der Jahre nicht früher schon einmal Deine Mutter ... Dein Vater ... Dein Bruder ... Deine Schwester ... Dein Sohn ... Deine Tochter gewesen ist.

(Anamataggasamyutta, Mutter, Etc., Samyutta Nikaya 15:14-19)

Wenn Du eine Kuh oder ein Huhn tötest, tötest Du wahrscheinlich ein Wesen, das einmal ein enger Verwandter war.

Das Kranke am Töten von Tieren erscheint im gesamten Pali-Kanon in der strengen und wiederholten Verdammung von Gewerben, die mit dem Schlachten von Tieren zu tun haben. Es ist eine dermaßen schändliche Arbeit, dass sie ganz besonders unter dem Gesichtspunkt des rechtschaffenen Lebens im Noblen Achtfachen Pfad geächtet wird. Jedem, der als Schlachter Leben tötet, ist eine unglückliche Wiedergeburt vorbestimmt, entweder in eine der schmerzvollen Höllen oder als ein Kriechtier:

Bhikkhus, ein Laie, der mir nachfolgt, sollte diesen fünf Gewerben nicht nachgehen. Welchen fünf? Dem Handel mit Waffen, dem Handel mit lebenden Wesen, dem Handel mit Fleisch, dem Handel mit Rauschmitteln und dem Handel mit Giften.

(Vanijja Sutta, Anguttara Nikaya 5:177)

Was für ein Mensch, mein Mönch, foltert sich selbst und macht es sich zur Gewohnheit, andere zu foltern? Sieh: Mancher Mensch ist ein Schlächter von Schafen, ein Schlächter von Schweinen, von Geflügel, einer der Wildtieren Fallen stellt, ein Jäger, ein Fischer, ein Dieb, ein Henker, ein Gefängniswärter oder aber jemand, der irgendeiner blutigen Beschäftigung nachgeht. Diese Menschen werden Menschen genannt, die andere foltern und die der Tätigkeit nachgehen, andere zu foltern.

(Kandaraka Sutta, Majjhima Nikaya 51:9)

Hier zerstört jemand Leben; er ist ein Mörder, mit Blut an den Händen, er tendiert zu Schlägen und zu Gewalt, er ist gnadenlos lebenden Wesen gegenüber ... Sein Ziel ist übel, seine Wiedergeburt ist übel. Für einen mit einer üblen Bestimmung und Wiedergeburt, so sage ich, gibt es eines von zwei Zielen: entweder die ganz besonders schmerzvolle Hölle oder eine Spezies kriechender Tiere.

(Kriechend, Angutarra Nikaya 10:216)

Kurzum, das Verbot, Tiere zu töten oder andere zum Töten zu bringen, ist in der buddhistischen Lehre unbestritten. Das Verbot ist die Grundlage der Moral, die wiederum ein Eckstein für die Entwicklung von Konzentration und Weisheit ist. Für das Töten von Tieren gibt es keinen Platz im Dharma.

Richtige Ernährung

Während die Grundlage für den Vegetarismus, sogar Veganismus, sich in den beiden Linien von Mahayana und Theravada findet, ist doch die Präsentation der Ernährungsweisen merklich verschieden. Die spezifischen Lehren über die jeweiligen Traditionen werden wir deshalb später darlegen.

Mahayana

Die Frage des Essens von Tieren wird ausführlich in verschiedenen Mahayana-Sutras angesprochen, und das Verbot ist klar und eindeutig. Im Lankavatara Sutra bietet der Buddha verschiedene Gründe dafür, vom Verzehr von Tieren abzusehen, und kommt immer wieder zu der gleichen Schlussfolgerung:

Aus unzähligen Gründen, Mahamati, darf der Bodhisattva, dessen Natur Mitgefühl ist, kein Fleisch von Tieren essen.

Deshalb, Mahamati, wann und wo auch immer es eine Evolution unter empfindungsfähigen Lebewesen gibt, lass die Menschen den Gedanken der Verwandtschaft mit diesen in Ehren halten und daran denken, diese Lebewesen so zu behandeln, als wären sie das einzige eigene Kind, und deshalb davon absehen, ihr Fleisch zu verzehren.

Umso mehr sollten Bodhisattvas, die sich verpflichtet haben, Mitgefühl mit allen empfindungsfähigen Lebewesen zu haben, und deren innerste Natur Mitgefühl selbst ist, sich dafür entscheiden, kein Fleisch von Tieren zu verzehren.

Um als Bodhisattva die Einheit mit dem Dharma zu erhalten, sollte er oder sie auch als Ausnahme kein Fleisch essen.

Bodhisattvas sollten auch kein Fleisch essen, das von anderen des finanziellen Gewinnes wegen verkauft wird.

… der oder die Bodhisattva diszipliniere sich selbst, um Mitgefühl zu erlangen und vom Essen des Fleisches von Tieren Abstand zu nehmen.

Die Nahrung der Weisen, welche von Wissenden gegessen wird, enthält weder tierisches Fleisch noch Blut. Deshalb sollen auch die Bodhisattvas vom Verzehr des Fleisches von Tieren Abstand nehmen.

Um den Geist aller Menschen zu schützen, Mahamati, lass den Bodhisattva, dessen Natur heilig ist, und der unnötige Kritik an der Lehre des Buddha vermeiden möchte, davon absehen, Fleisch zu essen.

Das Thema wird auch angesprochen im Mahaparinirvana Sutra:

Es gibt kein tierisches Fleisch, welches aufgrund einer Ausnahme als rein angesehen werden kann. Es ist irrelevant, ob uns Tierfleisch zum Essen vorsätzlich geschenkt wird oder nicht, ob darum gebeten wurde oder nicht, oder ob extremer Hunger besteht, oder nicht. Deshalb ist es weise, unter keinerlei Umständen, die in unserem Leben auftreten können, Tierfleisch zu essen.

Lasse Yogis keinerlei Fleisch essen. Alle Erleuchteten lehren allen Menschen, kein Tierfleisch zu essen und wünschen insbesondere von ihren Nachfolgern, dass diese kein Fleisch essen. Empfindungsfähige Wesen, die sich gegenseitig aufessen, werden als Fleischfresser im Tierreich wiedergeboren.

Der Verzehr von Tierfleisch wird von Buddhas, Bodhisattvas und deren Schülern abgelehnt. Wenn eine Person aus Schamlosigkeit Tierfleisch isst, wird er oder sie nicht in der Lage sein, einen gesunden Sinn dafür zu entwickeln, was angebracht ist.

Den Verzehr von Fleisch habe ich überall und für alle Zeit all jenen verboten, die dem Mitgefühl treu bleiben.

Und im Surangama Sutra, weist der Buddha an:

Wie kann ein Bhikkhu, der hofft, zum Erlöser für andere zu werden, selbst vom Fleisch anderer empfindungsfähiger Wesen leben? Reine und ernsthafte Bhikkhus werden, sofern sie rein und aufrichtig sind, niemals Kleidung aus Seide tragen und auch keine Stiefel aus Leder, weil all dies das Töten von Leben beinhaltet.

Die Mahayana Sutras sind nicht nur eindeutig in der Frage des Essens von Tieren, vielmehr hat der Buddha auch erkannt und vorausgesehen, dass die Menschen sich der Forderung, kein Fleisch zu essen, widersetzen würden. Er diskutierte dies im Mahaparinirvana Sutra:

Lass nicht zu, dass jemand den vielen Begründungsversuchen, die den Fleischverzehr rechtfertigen sollen, Macht überlässt. Was Logiker unter dem Einfluss ihrer Sucht nach Tierfleisch sagen ist sophistisch, wahnhaft und streitsüchtig. Was sie sich einbilden beobachtet oder gehört zu haben, oder was sie vermuten, was der eine Gesegnete gesagt hat oder was ein anderer Erleuchteter sagte oder tat, ist grob verzerrt.

So, wie Gier die Befreiung verhindert, so stellen die Objekte der Gier ein Hindernis für die Befreiung dar. Objekte der Gier, wie das Verzehren von Tierfleisch und der Konsum von Alkohol, sind Hindernisse für die Befreiung.

Möglicherweise kommt eine Zeit, wenn irregeführte Menschen sagen, ″Tierfleisch ist eine geeignete Nahrung zum Essen, es hat keine karmischen Konsequenzen und ist vom Buddha erlaubt.”

Manche werden sogar sagen, dass der Fleischverzehr heilsam sein könne. Dabei ist es eher so, als würde man das Fleisch seines einzigen Kindes essen. Lasse einen Yogi darauf eingestellt sein, zu wissen, was zu essen ausgeglichen und nahrhaft ist, lasse ihn gegen den Konsum von Tierfleisch und Alkohol sein, und mit dieser Klarheit gehe er und bettle friedlich um Essen, und verlasse Dich darauf, dass auch gegeben wird, was gebraucht und benötigt wird, um ein gesundes Leben zu führen.

Kurzum, in den Mahayana-Schriften ist das Verbot des Essens von Tieren ausdrücklich und überzeugend dargelegt.

Theravada

Im Gegensatz zu den Mahayana-Schriften, in denen das Essen von Tieren unter allen Umständen wiederholt und ausführlich verdammt wird, bietet der Pali-Kanon weniger direkte Leitlinien zu diesem Thema. Während eine Passage, die im nächsten Abschnitt diskutiert wird, eine kleine Ausnahme zum allgemeinen Prinzip, keine Tiere zu essen, vorschlägt, führt dennoch die Gesamtheit der Lehre zu dem unleugbaren Schluss, dass das Essen von Tieren nicht mit den Theravada-Schriften zu vereinbaren ist.

So, wie die Mahnung des ersten Gebotes, nicht zu töten, eine Offenbarung des Mitgefühls ist, so ist dies auch die Entscheidung aufzuhören, Tiere zu essen. Damit man ein Steak oder ein Hühnchen essen kann, muss an einem Punkt dieses Prozesses das Tier getötet werden. Das ist unvermeidbar. Und bei der heutigen Massenproduktion von Fleisch ist nicht nur die bloße Anzahl von umgebrachten Tieren erschütternd - geschätzte 50 bis 70 Milliarden Tiere jedes Jahr weltweit - sondern auch die Menge an Leid, das diesen Tieren zugefügt wird, von denen die meisten in kommerziellen Tierfabriken aufgezogen werden.

Während der Schlachtvorgang unbeobachtet und von anderen ausgeführt wird, haben wir doch durch den Kauf des Fleisches den Tötungsakt in Auftrag gegeben. Wir fordern diejenigen, die in der Fleisch- und Milchindustrie arbeiten auf, für uns das Töten auszuführen, damit wir den Hamburger oder das Hühnchen essen können. Wir machen uns schuldig, und die Lehren sind ganz klar in diesem Punkt. Ob man ein Tier selbst tötet oder jemanden bezahlt, damit er dies tut, man kann sich der moralischen Verantwortung nicht entziehen.

Durch die Teilnahme an diesem System tragen wir sowohl zum Leid der Tiere als auch zum Akt ihrer Tötung bei. In Zahlen ausgedrückt, entfällt auf uns vielleicht nur ein winziger Teil des Gesamtkonsums, aber ganz gleich, wie gering unser Anteil ist, können wir uns von der Schuld nicht distanzieren. Anders gesehen: Würde keiner Fleisch essen, würden keine Tiere umgebracht. Tiere werden nur deshalb getötet, weil es Nachfrage nach Fleisch gibt. Sobald wir Fleisch in einem Geschäft oder Restaurant kaufen, wird ein weiteres Tier getötet, um das gegessene zu ersetzen. Wenn wir aufhören, Fleisch zu essen, reduzieren wir die Nachfrage und damit das Töten. Durch den Verzehr von Tieren vermehren wir das Töten.

Das Prinzip, an keinem Aspekt der Fleischindustrie mitzuwirken, ob man nun ein Tier selbst tötet oder nicht, ist auch enthalten im Noblen Achtfachen Pfad des rechtschaffenen Lebens, der die fünf Handel oder Gewerbe auflistet, die anderen Schaden zufügen und deshalb vermieden werden sollten. (Siehe oben, Vanijja Sutta.) Bei einem dieser Gewerbe - dem Handel mit Fleisch - ist auch der Verkauf von Fleisch und der Handel mit lebenden Wesen, was auch deren Zucht für die Schlachtung enthält, verboten. Die Tatsache, dass die Aufzucht von Tieren und der Verkauf des Fleisches zusätzlich zur tatsächlichen Schlachtung durch den Gesichtspunkt dieses Pfades geächtet sind, macht klar, dass nicht nur derjenige, der das Tier tötet, Unrecht begeht. Wenn die Aufzucht eines Tieres eine falsche Lebensgrundlage ist, und der Verkauf des Fleisches falsche Lebensgrundlage ist, wie können dann der Kauf und der Konsum von Fleisch rechtschaffene Ernährung sein? Jeder der an diesem Prozess teilnimmt, egal in welcher Funktion, verursacht Leid, und dies bezieht jene mit ein, die das Endprodukt, Fleisch, essen.

Die Entscheidung, aufzuhören Fleisch zu essen, ist ein Akt des Mitgefühls, der dem ersten Gebot entspricht. Weiterhin Fleisch zu essen, ist ein Verstoß gegen dieses herausragende buddhistische Charakteristikum und steht im Widerspruch zu der Praktik, in keinem Aspekt des Lebens Anderen Leid zuzufügen.

Die Drei Reinheiten

Obwohl die Gesamtheit der Lehre eine vegetarische Ernährung vorschreibt, essen dennoch viele Ausübende Tiere, und die häufigste Begründung liefert eine Anmerkung, die sich in den Theravada-Schriften über die “drei Reinheiten” (tikotiparisuddha) findet. Diese Formulierung findet sich an verschiedenen Stellen, auch in der Jivaka Sutta, wo der Buddha auf die Anschuldigung antwortet, er äße Tiere, die für ihn geschlachtet worden sind. Er antwortet:

Jivaka, ich sage, es gibt drei Umstände, unter denen kein Fleisch gegessen werden sollte: Wenn es gesehen wird, gehört oder vermutet [*siehe unten]. Ich sage, dass Fleisch unter diesen drei Umständen nicht gegessen werden sollte. Ich sage, es gibt drei Umstände, unter denen Fleisch gegessen werden darf: Wenn es nicht gesehen wird, nicht gehört und nicht vermutet [*siehe unten]. Ich sage, dass unser diesen drei Umständen Fleisch gegessen werden darf.”

(Majjhima Nikaya 55; siehe auch Suttavibhanga I 298 und Mahavagga VI 324 (Horner Übersetzungen) und Siha Sutta, Anguttara Nikaya 8:12)

*Im Pali-Originaltext enden die Sätze nach dem Wort “vermutet”. In der Übersetzung des Ehrenwerten Ñāṇamoli fügte dieser in Klammern ein - [dass das Lebewesen für den Bhikkhu geschlachtet wurde] – eine Einfügung, die der Ehrenwerte Bodhi in seiner Bearbeitung beibehielt.

Von all jenen, die sich auf die drei Reinheiten beziehen, um den Verzehr von Fleisch zu rechtfertigen, wird folgende Logik angewandt: Nach den drei Reinheiten wäre es o.k., ein Tier zu essen, das nicht für einen selbst getötet wurde. Wenn man Fleisch isst, das auf einem Markt gekauft wurde, bei einem Metzger oder in einem Restaurant, dann wurde das Tier nicht für einen selbst getötet. Deshalb wäre es in Ordnung, unter diesen Umständen Fleisch zu essen.

Die Crux in dieser Angelegenheit ist die Frage, ob das Fleisch, das auf einem Markt oder in einem Restaurant gekauft wird, von einem Tier stammt, das für einen getötet worden ist, und diese Frage wurde bereits beantwortet. Unabhängig davon, ob es sich um ein komplexes Unternehmen handelt oder den kleinen Metzger in Ihrem Supermarkt, tötet die Fleischindustrie Tiere, damit Käufer auf dem freien Markt diese kaufen können. Sobald man Fleisch von ihnen kauft, ist man derjenige, für den das Tier umgebracht wurde. Wenn nicht für einen selbst oder andere, wie man selbst, dann wäre das Tier nicht getötet worden.

Um dieses Problem zu umgehen, muss eine extrem wörtliche und enge Interpretation der drei Reinheiten angewendet werden, wobei davon ausgegangen werden müsste, dass das spezifische Tier ausschließlich für einen getötet wurde und nicht für den Verbraucher im Allgemeinen. Sicherlich hatte der Metzger, als er das Tier schlachtete, nicht Dich persönlich im Sinn. Aber steht diese Annahme im Einklang mit der Absicht der Doktrin, oder wird ein Umweg eingeschlagen, um eine Tat zu rechtfertigen, die dem Geist der Lehre widerspricht?

Nachfrage

Für viele Menschen steht der Gedanke, keine Tiere zu essen, im Gegensatz zu dem Wertesystem, mit dem sie aufgewachsen sind. Es ist schwierig, solche verwurzelten und zementierten Gewohnheiten und Werte abzulegen, aber dies ist genau das, wozu uns der Buddha bringen wollte. Ob es sich um Traditionen handelt, geschätzte Schriften, die Worte eines angesehenen Lehrers oder sogar die Lehren des Buddhas selbst, wir sind aufgefordert, sie in Frage zu stellen und selbst Lösungen zu finden.

Kommt, Kalamer, geht nicht nach dem, was Euch mündlich überliefert wurde, nach den verschiedenen Lehren, nach Hörensagen, Schriften-Sammlungen, nach logischen Überlegungen, nach Schlussfolgerungen, nach vernünftigem Nachdenken, nach der Akzeptanz einer Sichtweise, nachdem darüber nachgedacht wurde, nach der scheinbaren Kompetenz [eines Redners] oder weil Du denkst, “Dieser Asket ist unser Guru“. Denn, Kalamer, Ihr wisst doch selbst: “Diese Dinge sind ungesund; diese Dinge sind schuldig; diese Dinge werden von den Weisen verurteilt; diese Dinge, sofern sie akzeptiert und unternommen werden, fügen Schaden zu und verursachen Leid“, dann solltet Ihr sie aufgeben..

(Kesaputtiya, Angutarra Nikaya, 3:65(1))

Geht nicht nach dem, was erworben wurde durch wiederholtes Hören, auch nicht nach Traditionen oder Gerüchten, nicht nach dem, was in den Schriften steht oder vermutet wird, nicht nach Grundsätzen oder trügerischer Beweisführung, nicht nach Voreingenommenheit gegenüber einem Gedanken, über den nachgedacht wurde, nicht nach den scheinbaren Fähigkeiten eines anderen, nicht nach der Überlegung, “Dieser Mönch ist unser Lehrer.”

Kalamer, Ihr wisst doch selbst: “Diese Dinge sind gut; diese Dinge sind schuldig; diese Dinge werden von den Weisen gepriesen, unternommen und beachtet, diese Dinge führen zum Nutzen und zum Glück, nimm sie an und verweile in ihnen.”

(Kalama Sutra)

Für viele ist es schwierig, die Gewohnheit, Tiere zu essen, aufzugeben. Aber die Frage der Ernährung ist ein zentraler Punkt des Dharma, und wie alle anderen, fordert sie uns zu einem genauen und kritischen Blick auf unser eigenes Verhalten heraus. Auch wenn das Ergebnis für uns unbequem ist oder zu einer unerwünschten Änderung unseres Essverhaltens führt, ist dies eine Änderung, die wir annehmen müssen, wenn wir Fortschritte auf unserem Weg erzielen wollen.

Zitate

Die Liste vegetarisch und sogar vegan lebender Mönche und Lehrer ist lang und enthält bedeutende Namen. Viele dieser bemerkenswerten Buddhisten haben sich eloquent zum Thema des Essens von Tieren geäußert.

Das Essen von Fleisch und die Verursachung immensen Tierleides sind inakzeptabel. Wenn man, ohne Rücksicht auf Mitgefühl und Weisheit, Fleisch isst, dann hat man der Befreiung den Rücken gekehrt. Buddha sagte: ″Der Verzehr von Fleisch zerstört die Saat des Mitgefühls.”
—Shabkar Tsodruk Rangdol

“Buddhisten sind dazu ermutigt, alle Lebewesen zu lieben und ihre Liebe nicht auf Menschen zu beschränken. Sie sollten liebevolle Güte allen Lebewesen entgegenbringen. Der Ratschlag des Buddhas ist, dass es nicht richtig ist, irgendeinem lebenden Wesen das Leben zu nehmen, da jedes Lebewesen das Recht hat, zu existieren. Auch Tiere haben Angst und empfinden Schmerz, so wie der Mensch auch. Es ist falsch, ihnen das Leben zu nehmen.”
—Ven. K. Sri Dhammananda Maha Thera

Buddhas und Bodhisattvas haben sich bereits ausführlich über das Falsche am Fleischverzehr ausgelassen, so in den Schriften “Elephant Power Sutra“, “Mahamegha Sutra“, “Nirvana Sutra“, “Angulimala Sutra“, “Lankavatara Sutra“, “Sutra wie gefordert von Subahu“, und in verschiedenen Madhyamika-Abhandlungen.
—Khenpo Sodargye Rinpoche

Wie der noble Katyayana beim Almosen-Sammeln anmerkte, stammt das Fleisch, das wir in unserem Leben verspeisen, von unseren Müttern und Vätern aus früheren Leben. Wenn wir aufrechte Menschen sind und ein Gewissen haben, wie können wir es dann ertragen, Fleisch von unseren Eltern zu essen, die durch einen Metzger umgebracht wurden? Wenn wir unser Gemüt beruhigen und über dies nachdenken, werden wir auf jeden Fall mit großem Mitgefühl für diese bedauernswerten Wesen erfüllt sein, die einmal unsere Mütter waren.
—Jigme Lingpa

“Manche Buddhisten behaupten, dass der Buddha niemals gesagt habe, wir sollten Vegetarier sein, und dass Mönchen (auf die die Mehrzahl der buddhistischen Regeln zutrifft) Fleisch essen dürften, wann immer es ihnen angeboten wird, sofern sie nicht sehen, hören oder vermuten, dass das Tier, der Fisch oder der Vogel extra für sie getötet wurde; sofern sie dies jedoch sehen, hören oder vermuten, ist es ihnen verboten, das Fleisch zu essen. Aber dieser Standpunkt ist völlig unvertretbar, wie jeder bei ein bisschen objektiver Betrachtung erkennen kann. Und zu behaupten, wie es manchmal geschieht, dass man durch das Verzehren von Fleisch Tieren helfen würde bei deren geistigem Wachstum ist zu lächerlich und zu durchschaubar, um dies auch nur einen Moment lang ernsthaft zu überdenken.

Zum einen, hat der Buddha niemals jemanden aufgefordert, ihm zu glauben oder ihm nachzufolgen; stattdessen hat er die Menschen aufgefordert, selbst zu sehen und herauszufinden, was die Wahrheit ist. Trotzdem werden manche Buddhisten zu Gefangenen von Büchern und wiederholen, wie Papageien oder Tonbänder, Phrasen, ohne nachzuforschen, und sie verpassen so den großen Wert des Weges des Erleuchteten, den Weg der Selbständigkeit.”
— Ven. Abhinyana

So wie es keinen Genuss gibt, der jemandem Freude bereiten kann, dessen Körper im Feuer verbrennt, so können auch große mitfühlende Menschen keine Freude empfinden, wenn empfindungsfähigen Lebewesen Leid zugefügt wird. Es gibt kein Fleisch, dass frei ist von den drei Einwänden, unzubereitet, unaufgefordert, unerbeten. Deshalb sollte niemand Fleisch essen.
—Arya Shantideva

Die Lebewesen mit unglücklichem Karma, die wir eigentlich beschützen sollten, werden statt dessen ohne das geringste Mitgefühl getötet, und ihr gekochtes Fleisch und Blut werden uns angeboten, und wir - ihre Beschützer, die Bodhisattvas - schlingen das Ganze fröhlich herunter und lecken uns die Lippen. Was kann es Schlimmeres geben als das?

Es wird gesagt, wenn man den Göttern der Weisheit das Fleisch und Blut geschlachteter Tiere anbietet, ist das genauso, wie wenn man einer Mutter ihr ermordetes Kind anbietet. Wenn Du eine Mutter zum Essen einlädst und ihr dann das Fleisch ihres eigenen Kindes vorsetzt, wie würde sie sich fühlen? Mit der gleichen Liebe, die eine Mutter für ihr einziges Kind empfindet, betrachten die Buddhas und Bodhisattvas alle Lebewesen in den drei Welten.
—Patrul Rinpoche

“Fleisch zu essen ist böse, denn wir sollen weder töten noch das Töten veranlassen. Fleisch auf einem Markt zu kaufen, heißt, das Schlachten hervorzurufen, da das Angebot der Nachfrage entspricht." [...] “Derjenige, der dem Töten zustimmt, jener der den Schlag tut, jener der schlachtet, jener der kauft, jener der kocht, jener der auftischt, jener der es isst - sie sind alle Mörder.” Dies sind die Worte von Manu, einem indischen Philosophen. So ist jeder ein Komplize in diesem mörderischen Spiel, angefangen beim Schlachter bis hin zum Esser....

Es gibt in buddhistischen Ländern die Annahme, dass jeder Fleisch essen dürfe, sofern er das Tier nicht mit eigenen Händen umgebracht hat; aber es ist nicht so, da der Verzehr der Grund für das Töten ist. Wenn wir Vegetarier werden, dann müssen die Metzger ihre Läden schließen und ein besseres Gewerbe annehmen. Durch das Essen von Fleisch zwingen wir diese Menschen in diesen elenden Beruf. Es ist nicht fair, die Metzger zu zwingen, zu unserem Wohl in die Hölle zu kommen. Wenn wir Vegetarier werden, dann hätte die ganze Welt Frieden.

Es gibt Menschen, die opfern ihren Göttern, und es gibt Menschen, die opfern ihren Mägen — Ich glaube, ihre Bäuche sind ihre Götter. Lasst uns unbeschränkt liebevolle Güte ausüben. Es ist unmöglich zu sagen: "Alle Wesen mögen glücklich sein.“ Denn wenn ein Fleischesser sagt “Mögen alle Wesen glücklich sein“, während er Fleisch zwischen seinen Zähnen zermalmt, ist das schiere Heuchelei. Wenn also ein Fleischesser logisch sein will, müsste er sagen: “Mögen alle Wesen glücklich sein, mit Ausnahme jener Kreaturen, die ich mit meinen Zähnen zerkaue.“ Ich bin nämlich sicher, dass die Wesen, die gemästet werden, nicht glücklich sein können, und auch nicht glücklich waren, als sie zum Wohl des Fleischessers umgebracht wurden. Deshalb kann dieser keine liebevolle Güte ausüben, so lange er Fleisch isst, denn indem er Fleisch isst, verlangt er automatisch, dass eine gewisse Anzahl von Kreaturen in dieser Welt zu seinem Wohl sterben müssen. Dies ist die Lehre des Egoismus, vom Fleisch eines anderen zu leben.”
—Ven. U Lokanatha

Der Grund, Vegetarier zu sein, ist nicht, ein langes Leben zu haben, sondern weil wir Mitgefühl empfinden und Gleichartigkeit. Zum einen sind alle fühlenden Wesen zukünftige Buddhas und Bodhisattvas, deshalb sollten wir ihr Fleisch nicht essen. Zweitens hat ein jedes Wesen eine Buddha-Natur. Wir müssen nicht nur unser eigenes Leben schützen, sondern wir müssen auch das Leben aller empfindungsfähigen Wesen respektieren. Drittens basiert der Vegetarismus auf dem Prinzip der Kausalität, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft umfasst. Deshalb ist ganz klar, der Grund für den Vegetarismus, ist die Bodhisattva-Ursache, die richtige Sache.
—Grand Master Wei Chueh

Mahayana-Praktizierende befolgen die Gebote der Bodhisattvas, von denen eines das Verbot der Teilhabe am Fleisch von Tieren ist. Dieses Verbot heißt ″tapasa shila-vrata” und ist eine praktische Übung, um das Übel des Zornes auszumerzen. Dieses Bodhisattva-Gebot wurde von unserem Herrn, dem Buddha eingehalten, als er noch Shakya Bodhisattva genannt wurde, bevor er Erleuchtung erlangte.
—Ven. Thich Huyen-Vi

“Der Verzehr von Fleisch ist direkte Ursache für unglaubliches Leid von empfindungsfähigen Wesen. Viele Menschen, darunter ich selbst, kämpfen mit dem Gedanken, dass eine Religion, die so kategorisch wie der Buddhismus gegen Gewalt ist, so unbekümmert das Leid, das durch das Essen von Fleisch hervorgerufen wird, übergeht. Wenn wir das erste Gebot rezitieren, sagen wir, “Ich verpflichte mich zu üben, vom Töten von Lebewesen Abstand zu nehmen.“ Dies ist eine Herausforderung und für sich alleine eine machtvolle Ethik. Und dennoch ist dies nur eine ganz kurze Zusammenfassung eines Prinzips. Sie war niemals dazu gedacht, vollständig die Tugend der Unbedenklichkeit zu beschreiben. Wenn der Buddha in detaillierterer Weise von diesem Gebot sprach, hatte er dies zu sagen:

“Sobald man aufgehört hat, Leben zu nehmen, es unterlässt, Leben zu nehmen, dann verweilt man frei von Gewalt, mit dem niedergelegten Messer, gewissenhaft, voller Barmherzigkeit, zitternd vor Mitgefühl für alle empfindungsfähigen Wesen.”

Dies ist nicht nur eine Ethik der Zulässigkeit. Sie setzt nicht nur Minimal-Standards. Sie ruft uns an, sie fordert uns auf, nach einem höheren Sinn für Mitgefühl zu streben, nach einer Ethik, die ganz tief um das Wohlergehen aller Wesen bangt. Wir fragen uns nicht nur ″Stammt diese Tat aus einer Absicht, Leid zuzufügen?", sondern wir fragen uns selbst, ″Ist diese Tat das Beste, was ich tun kann, um dem Wohlergehen von allen zu dienen?” Statt nur schlechtem Karma zu entgehen, schaffen wir gutes Karma.
Ajahn Sujato

“Die Errettung von Vögeln und Tieren, auch von sich selbst: Dies ist der Zweck der religiösen Entbehrungen von Shakyamuni.“
—Zen Master Ikkyu

“Wir sollten unser Bodhichitta nicht auf eine begrenzte Anzahl von Wesen beschränken. Wo immer es Raum gibt, leben Wesen, und sie alle leben im Leid. Warum zwischen ihnen unterscheiden, manche als liebevolle Freunde willkommen heißen und andere als gefährliche Feinde ausschließen?“
—Kyabje Dilgo Khyentse Rinpoche

“Im Bewusstsein des Leides, das durch die Zerstörung von Leben entsteht, verpflichte ich mich, Mitgefühl zu kultivieren und zu lernen, das Leben von Menschen, Tieren, Pflanzen und Mineralien zu schützen.

Ich bin entschlossen, nicht zu töten und auch andere nicht töten zu lassen, und ich billige keinen Tötungsakt auf der Welt, weder in meinen Gedanken noch in meiner Art zu leben.“
—Thich Nhat Hanh

“Es ist am besten, aus Mitgefühl auf das Essen von Fleisch zu verzichten. Bevor Du Fleisch isst, denke darüber nach, wo es herkommt, dass dafür einem Tier die Kehle durchgeschnitten wurde, gegen seinen Willen, und wieviel Leid das Tier durchmachen musste. Wenn Du darüber nachgedacht hast, kannst Du das Fleisch nicht essen!“
—Lama Thubten Yeshe

“Das Leben ist wertvoller als irgendetwas auf der Welt. Sogar Insekten wollen leben. Wann immer wir eines der fünf Gebote des Buddhismus brechen, haben wir ein anderes fühlendes Geschöpf verletzt und missachtet. Wenn wir jemanden töten, missachten wir dieses Wesen auf dem allerniedrigsten Niveau. Das Essen von Fleisch sollte vermieden werden.“
Ven. Master Hsing Yun

“Wie schon Buddha vor mehr als zweieinhalbtausend Jahren lehrte, gibt es viele Vorteile, ein vegetarisches Leben zu führen - sowohl für uns als auch für andere Lebewesen. Heutzutage, so viele Jahrhunderte später, sind die Worte Buddhas so bedeutungsvoll, wie immer.“
—Geshe Thupten Phelgye (Unterstützer von Dharma Voices for Animals)

“Die beste Art, Leben zu schützen und zu befreien ist, eine vegetarische Ernährungsweise anzunehmen, da empfindungsfähige Lebewesen so lange geschlachtet werden, wie es Menschen gibt, die Fleisch essen. Aus diesem Grunde halte ich es in der gegenwärtigen Situation für das Beste, sich vegetarisch zu ernähren, sei es um Leben zu retten oder um Lebewesen zu befreien.“
— Ogyen Trinley Dorje, der XVII Gyalwang Karmapa

Jeder, der mit den zahlreichen Berichten über Buddhas außergewöhnliches Mitgefühl und seine Verehrung aller Lebewesen vertraut ist - beispielsweise bestand er darauf, dass seine Mönche das Wasser, das sie trinken, zuerst sieben sollten, damit sie nicht unbeabsichtigt den Tod von Mikroorganismen verursachen - kann also niemals annehmen, dass der Buddha dem Leid, das Nutztieren zugefügt wird, wenn sie zum Essen geschlachtet werden, gleichgültig gegenüberstehen würde.
—Roshi Philip Kapleau

“Der Vegetarismus kultiviert Geduld, Mitgefühl und Weisheit.“
—Dharma Master Cheng Yen

Wenn man stark entschlossen ist, dann wird man böse Taten unter allen Umständen und um jeden Preis vermeiden. Es wird sicherlich schwierig sein, hundertprozentig Vegetarier zu werden. Aber wann immer solche Hindernisse auftreten, sollten wir uns daran erinnern, dass alle empfindungsfähigen Wesen an irgendeinem Punkt einmal unsere Eltern waren.
—Drubwang Rinpoche

In Kenntnis aller Übel, die Fleisch und Alkohol innewohnen, habe ich geschworen, auf Fleisch und auf Alkohol zu verzichten. Ich habe diese moralische Verpflichtung auch meinen Klöstern auferlegt. Deshalb fordere ich von jedem, der auf mich hört, diese Dharma-Moral nicht zu brechen.
—Chatral Rinpoche (Unterstützer von Dharma Voices for Animals)

Es gibt einfach keinen Grund, warum Tiere geschlachtet werden sollten, um der menschlichen Ernährung zu dienen, wo es doch so viele Ersatzprodukte dafür gibt. Der Mensch kann ohne Fleisch leben. Menschen denken über Tieren so, als wären sie Gemüse, und das ist nicht richtig. Wir müssen die Art, wie Menschen über Tiere denken, ändern. Ich ermutige das tibetische Volk und alle Menschen, sich zu einer vegetarischen Ernährung, die kein Leid verursacht, hinzubewegen.
—Seine Heiligkeit Tenzin Gyatso, der XIV Dalai Lama

 

Comments are closed.

Suchst Du etwas?

Bitte schreibe uns eine E-Mail, wir kümmern uns darum!

für Deutschland:
info@dharmavoicesforanimals.de

Werde DVA-Mitglied

Werde DVA-Mitglied und erhebe Deine Stimme für Tiere. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Wir behandeln Deine Daten vertraulich und geben diese nicht an Dritte weiter.

Archiv

Alle Einträge, chronologisch...