Ich bin Präsident und Mitbegründer der US-amerikanischen gemeinnützigen Organisation Dharma Voices for Animals (DVA / Dharma Stimmen für Tiere) mit Sitz in San Diego, Kalifornien. Wir haben weltweit über 760 Mitglieder aus 40 Ländern. Unsere Mission ist, der Lehre Buddhas Bedeutung zu verleihen, indem wir als Stimme für Tiere in den buddhistischen Gemeinden in aller Welt auftreten. Vom 16. bis 18. Oktober 2014 wurde in Baoji, China, im Wanfu Quixing Star International Hotel die 27. Hauptversammlung der „World Fellowship of Buddhists” (WFB), der Weltgemeinschaft der Buddhisten abgehalten. Das Thema der Konferenz war „Buddhismus und öffentliche Wohltätigkeitsorganisationen“. Ich war als Abgesandter der DVA dabei.

Bob und Dr. Barua, DVA-Mitglied aus BangladeshDVA photo Road to Asia Bob and Dr. Bikiran Prasad Barua of Bangladesh, DVA member

Am Freitag, den 17. Oktober 2014, wurde DVA als Regional-Zentrum in die WFB aufgenommen. Zusammen mit allen meinen Kollegen von Dharma Voices for Animals möchte ich der WFB unsere große Dankbarkeit dafür aussprechen, uns in die angesehenste internationale buddhistische Organisation der Welt aufzunehmen. Ich möchte auch meine große Dankbarkeit gegenüber dem verstorbenen Dr. Ananda Guruge ausdrücken, der mein Freund und Mentor war und zum Zeitpunkt seines Todes als Ehren-Vizepräsident der WFB maßgeblich dafür verantwortlich, dass DVA der WFB beitreten konnte.

Am Donnerstag, den 16. Oktober, wurden die mehr als 600 Delegierten aus 30 Ländern und Regionen aus aller Welt einen Tag lang auf eine umfangreiche Tour zu dem weltberühmten Famen-Tempel begleitet, der sich im Kreis Fufeng in der Provinz Shaanxi in Nordwest-China befindet. Der Tempel wurde im zweiten Jahrhundert erbaut und enthält einen prächtigen 1700 Jahre alten Verborgenen Tempel, der zufällig in den 1980er Jahren entdeckt wurde.

Der verborgene Tempel
DVA photo Road to Asia hidden temple

Die Berichterstattung in den Medien war enorm, da hunderte von Reportern über den Event berichteten. Die eindrucksvolle Eröffnungszeremonie wurde im Famen-Tempel abgehalten, und hohe chinesische Funktionäre, wie der Sekretär des Sekretariates des Zentral-Komitees der Chinesischen Kommunistischen Partei, Du Qinglin, und der Direktor der Staatlichen Verwaltung für Religions-Angelegenheiten, Wang Zuoan, haben ihr beigewohnt. Buddhistische Führer aus aller Welt hielten Eröffnungsreden und verlasen Grußworte der Präsidenten von Sri Lanka und von Nepal, des Königs von Thailand und des Präsidenten des Staatlichen Sangha-Komitees von Myanmar.

Am Abend zuvor (dem 15. Oktober) waren wir alle zu einer sehenswerten farbenprächtigen Aufführung mit chinesischem Gesang und Tänzen in das große Theater des Wanfu-Hotels, mit Stehplätzen für die vielen Besucher, eingeladen.

Als praktizierender Vegetarier (meine Ernährung besteht ausschließlich aus Pflanzenprodukten) war ich überglücklich, als sich herausstellte, dass uns bei jeder der insgesamt elf Mahlzeiten ein kompletter Raum voll mit köstlichem, interessantem und gesundem vegetarischem Essen erwartete. Bei jedem Frühstück, Mittagessen und Abendessen wurden wir von einer atemberaubenden Darbietung von Farben, Geschmäckern und Gerüchen begrüßt. Frische Gemüse und Früchte, Tofu, Nudeln, Reis, Saucen, Salate, Suppen und Getränke waren großartig auf langen Tischen präsentiert, die von einer Seite des Saales zur anderen reichten. In diesem Raum haben hunderte von uns gemeinsam mitfühlende, kein Tierleid verursachende und gesunde Mahlzeiten eingenommen. Unsere chinesischen Gastgeber haben gezeigt, dass sie Weltklasse sind, wenn es um vegetarische Gastronomie geht.

Von größter Wichtigkeit war für mich, für Dharma Voices for Animals und zahlreiche andere Teilnehmer an der Konferenz, die andauernde Diskussion, wie man ein wirkungsvolles Mittel schaffen kann, um innerhalb der WFB die Diskussion über Themen wie Tierschutz und Tierrechte anzustoßen. Bei der ersten Plenarsitzung am 17. Oktober beantragte Senaka Weeraratna, der Ehren-Sekretär der deutschen „German Dharmaduta Society“ mit Sitz in Colombo, Sri Lanka, eine Resolution zur Einrichtung eines ständigen Ausschusses mit dem Namen „Tierschutz”.

Senaka Weeraratna wendet sich an den Erweiterten Rat (sämtliche Mitglieder)
DVA photo Road to Asia Senaka presenting resolutions

Diese Resolution sollte einen ständigen Ausschuss ins Leben rufen, „basierend auf dem ersten der fünf Gebote des Buddhas, der „Pancha Sila“, des Noblen Achtfachen Weges, der Karaniya Metta Suttra, und in Übereinstimmung mit der allgemeinen Lehre des Buddhas”, mit dem Ziel, „dem Leiden von Tieren eine Stimme zu verleihen, die Aufmerksamkeit von Buddhisten und buddhistischen Ländern auf die Not von Tieren zu lenken, und um Maßnahmen zu empfehlen, um das Leid von Tieren zu beenden oder zu verringern. Er soll die Inkraftsetzung und oder Aktualisierung von Tierschutz-Gesetzgebung in buddhistischen Ländern unterstützen“ und in besonderen Situationen „Strategie-Papiere vorbereiten, die durch die WFB herausgegeben werden, um Buddhisten daran zu erinnern, dass der Buddha das Mitgefühl und das Kein-Leid-Zufügen allen empfindungsfähigen Wesen zukommen ließ“... „Dieser Schritt der WFB in Richtung Tierwohl und Tierschutz ist für die älteste buddhistische Organisation der Welt seit langem überfällig.“ DVA unterstützte diese Resolution mit aller Kraft.

Diese Resolution, die von Senaka Weeraratna zusammen mit zwei weiteren zur Einrichtung von zwei weiteren ständigen Ausschüssen (einer für Konflikt-Resolutionen und einer für Buddhismus im Internet) vorgeschlagen wurde, wurde im Prinzip durch den Vorsitzenden, den Ehrenwerten Dr. T. Dharmaratana Thero angenommen. Aber, wie der Vorsitzende ausführte, wäre es nicht wünschenswert, die Anzahl der Komitees über die elf bestehenden auszuweiten, und vielleicht könnte die Arbeit der neu vorgeschlagenen Komitees durch die bestehenden Komitees mit erledigt werden.

Der Ehrenwerte Bhante Chao Chu, Vorsitzender und Mitglied des Präsidiums
DVA photo Road to Asia Ven. Dr. T. Dharmaratana

Der allgemeine Rat der WFB (gesamte Mitglieder) hat einstimmig eine Resolution von Jagath Sumathipala aus Sri Lanka angenommen zur Änderung der Satzung, damit die WFB Gefahren und Herausforderungen für den globalen Buddhismus mit Hilfe eines Komitees angehen kann.

Das Thema der Konferenz, Buddhismus und öffentliche Wohlfahrtsorganisationen, wurde bei einem Symposium am frühen Nachmittag des 17. Oktober 2014 behandelt. Zahlreiche Schriftsätze wurden verlesen, die Gruppen von Buddhisten behandelten, die sich bei öffentlichen Wohlfahrtsorganisationen und in der Katastrophenhilfe in China, Japan, Bangladesh, Südkorea u. a. betätigen. Eine Gruppe, die sich besonders auszeichnete, war die Tzu Chi Foundation aus Taiwan. Ich traf Vertreter von Tzu Chi in deren Büro in Taipei am 20. Oktober 2014, um Angelegenheiten von beiderseitigem Interesse zu diskutieren, und ich war in deren Fernsehprogramm an jenem Abend zu sehen.   

http://www.daai.tv/daai-web/news/content.php?id=949234

In seiner Grundsatzrede sprach der Ehrwürdige Phra Shakyavongsavisuddhi (Dr. Anil Sakya) Thero, ein nepalesischer Mönch, der in Thailand lebt, über das Thema der Konferenz.

Während des Treffens des Ständigen Ausschusses für Humanitäre Dienste am späten Nachmittag des 17. Oktobers, unterstützten auch die deutsche „German Dharmaduta Society“ und DVA einen Vorschlag, der ohne Widerspruch angenommen wurde, nämlich das Komitee umzubenennen in „Humanitarian Services and Animal Welfare/Rights Standing Committee” (Ständiger Ausschuss für Humanitäre Dienste, Tierschutz und Tierrechte). Bei der zweiten Plenarsitzung wurde der Vorschlag, das Komitee umzubenennen, eingereicht und durch den Erweiterten Rat der WFB angenommen. Unser Vorschlag wird nun aufgegriffen und zur endgültigen Entscheidung dem Exekutiv-Rat vorgelegt. Obwohl es unstrittig ist, dass Tiere eine effektive Stimme innerhalb der buddhistischen Gemeinde benötigen, hat doch derzeit der WFB kein Komitee oder anderes Mittel, um diesen wichtigen Inhalt der Lehre des Buddhas, Tieren kein Leid zuzufügen und Mitleid entgegenzubringen, zu fördern.

Bei der Schluss-Zeremonie am Samstag, den 18. Oktober 2014, hielt einer der größten Unterstützer der DVA, Meister Hai Tao aus Taiwan, eine Rede zur Zusammenarbeit bei der Verbreitung der Botschaft des Buddhas. WFB-Generalsekretär Phallop Thaiarry verlas die Abschlusserklärung der Konferenz, in der es unter anderem hieß, „Wir geloben mit allen Menschen zusammenzuarbeiten, um menschliches Glück durch ein gütiges Herz zu erlangen, soziale Harmonie durch Respekt, Weltfrieden durch Versöhnung und Wohlwollen durch Kameradschaft zu fördern.“ Dharma Voices for Animals und ihre Freunde und Unterstützer werden daran arbeiten, dieses Ziel auszuweiten, um Glück für “Alle lebenden Wesen” in Überstimmung mit der Lehre des Buddhas, zu erreichen.

Die WFB-Konferenz bot mir die Möglichkeit, zum ersten Mal die Volksrepublik China zu besuchen. Ich möchte meine große Dankbarkeit den vielen Spendern der DVA aussprechen, die diese Reise ermöglicht haben. Während der Tage in Xian und Baoji erlebte ich die Chinesen als gutherzige, freundliche und extrem großzügige Menschen. Ich war auch sehr beeindruckt von dem gemeinschaftlichen Bemühen, mit dem die WFB-Konferenz in Baoji unterstützt wurde. Der Event wurde in gemeinschaftlicher Anstrengung durch die chinesische buddhistische Gesellschaft (Buddhist Association of China, BAC), das Organisations-Komitee in Shaanxi und das Organisations-Komitee in Baoji organisiert. Die gesamte Veranstaltung wurde voll und ganz von der chinesischen Zentralregierung unterstützt. Ich erinnere auch an den Strom hart arbeitender, freundlicher und selbstloser junger Freiwilliger, von denen die meisten von der lokalen Universität stammten. Sie boten eine großartige Leistung! Ich fühlte mich willkommen und umsorgt, ganz im Geiste des Buddhismus.

Es war herzerwärmend, die vielen Beispiele für das Ausmaß lebendiger und ausgeübter buddhistischer Kultur in China zu sehen. China ist das Land mit der weltweit größten buddhistischen Einwohnerzahl und hat eine reiche 1700jährige buddhistische Geschichte.

Die Konferenz war ein großartiges Erlebnis für mich, und ich hoffe, dass der Samen der liebevollen Güte und des Mitleides für alle Wesen, den wir in den Herzen ausgestreut haben, wie durch den Buddha im Karaniya Metta Sutta hervorgehoben, in den kommenden Jahren reiche Früchte tragen wird.

Bob Isaacson

Präsident von Dharma Voices for Animals, einem Regional-Zentrum der WFB.

20. November 2014

 

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