Bhutan-Petition


Das Land Bhutan ist eine der großen buddhistischen Nationen auf dieser Welt, und sein Bekenntnis zur Lehre des Buddhas steht ausdrücklich in der Verfassung. "Der Buddhismus ist das spirituelle Erbe von Bhutan, weshalb das Land die Prinzipien und Werte von Frieden, Gewaltlosigkeit, Mitgefühl und Toleranz fördert.” Trotz dieser Erklärung der Einhaltung des Dharmas, begann die Regierung von Bhutan im Jahr 2015 damit, Pläne für elf gigantische fleischverarbeitende Projekte im ganzen Land zu entwickeln. Diese Projekte enthalten Fischzuchtanlagen, Schlachthäuser, Schweinezucht, Geflügelfarmen und mehr. Zweck dieser Projekte ist, das Land zum Selbstversorger mit Fleisch zu machen und die bhutanische Währung im Land zu halten. Kurz nachdem diese Pläne veröffentlicht worden waren, reichte Zhung Dratshang, die zentrale klösterliche Vereinigung von Bhutan, eine Petition an den Premierminister ein, und verlangte einen Stopp dieser Projekte. Die Petition betonte die buddhistische Lehre, nicht zu töten, und wies darauf hin, in welchem Maße die geplante Schlachtung von Tieren ganz direkt dieses fundamentale Prinzip verletzen und unglaubliches Leid hervorrufen würde. Bedauerlicherweise hat die Petition ihr Ziel nicht erreicht, und die Projekte werden weiterhin vorangetrieben. Obwohl bisher keine Erfolge erzielt werden konnten, hofft DVA dennoch, dass eine erneute Anstrengung den König von Bhutan und seine Regierung dazu bringen wird, ihre Entscheidung zu überdenken. Wir bitten Euch, uns mit der Unterzeichnung der Petition zu unterstützen und die Führung von Bhutan dazu zu ermutigen, sich an ihre Verfassung zu halten und mit dem Mitgefühl und der Weisheit des Buddhas zu handeln.

 

Petition

Sehr geehrter Herr Premierminister Tshering Tobgay,

Dharma Voices for Animals ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in den Vereinigten Staaten von Amerika, deren Mission es ist, das Bewußtsein für das Leiden von Tieren in der buddhistischen Dharma-Gemeinschaft zu steigern. Unter unseren Mitgliedern aus aller Welt befinden sich viele bekannte westliche Dharma-Lehrer, der tibetanische Mönch Geshe Thupten Phelgye, der zehn Jahre lang im tibetanischen Exilparlament vertreten war und seine Heiligkeit, den Dalai Lama als seinen Lehrer betrachtet, der Lama Shri Sadhu Dharmavira, der Ehrenwerte Thich Phuoc Tan, Vizepräsident der Buddhistischen Weltbruderschaft (" the World Fellowship of Buddhists"), und der Ehrenwerte Tashi Nyima, der frühere leitende Direktor des Lateinamerikanischen Institutes für Gesundheit und Planung.

Diese Petition richtet sich an die aktuelle Initiative der Regierung des Königreiches Bhutan, riesige Fleisch verarbeitende Projekte im Land zu verwirklichen. Wir sind uns des Zieles bewußt, durch die Fleischverarbeitung die Fleischimporte aus dem Ausland zu verringern und die bhutanische Wirtschaft und Handelsexporte zu stärken. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass ein tieferer Einblick in die Mega-Fleischverarbeitungs-Projekte die Erkenntnis bringt, dass damit Ihrem Land Bhutan Schaden zugefügt wird.

Die geplanten gigantischen Projekte der Fleischverarbeitung werden allesamt dem Volk von Bhutan Schaden zufügen. Zuallererst, weil Sie dem bhutanischen Status als führende buddhistische Nation widerspricht. Die Verpflichtung auf die Lehren des Buddhas ist in der bhutanischen Verfassung verankert, in der es heißt: “Der Buddhismus ist das spirituelle Erbe von Bhutan, welches die Prinzipien und Werte von Frieden, Gewaltlosigkeit, Mitgefühl und Toleranz fördert.” (Paragraph 3, Abschnitt 1.)

Die negativen karmischen Folgen, die die Viehwirtschaft mit sich bringt, sind gravierend. Das Elend und das Leid, welches Tieren dabei zugefügt wird, ist unermesslich, und diese Mega-Projekte verletzen die erste Tugendregel, nicht zu töten, welche Tiere genau in dem gleichen Maße betrifft, wie Menschen. Das Leid, welches die Viehwirtschaft hervorruft, ist der Grund dafür, dass der Buddha den Handel mit Tieren als eine der fünf Beschäftigungen aufzählte, die nicht einem rechtschaffenen Lebensunterhalt entsprechen. Diese Projekte können auch zur Folge haben, dass zum Verzehr von Tierfleisch ermutigt wird, wodurch noch mehr schlechtes Karma und Leid entstehen.

Weiterhin werden die geplanten Mega-Fleischverarbeitungs-Projekte der Umwelt schaden, sowohl global als auch lokal im Königreich Bhutan selbst. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Viehzucht eine der größten Emissionsquellen von Treibhausgasen ist und zur globalen Erderwärmung beiträgt. Weltweit hat die Viehzucht einen Anteil von 18 Prozent an allen Emissionen von Treibhausgasen - und dies ist eine niedrig angesetzte Zahl. Auch ohne fossile Brennstoffe werden wir durch die Massentierhaltung unser sich auf 565 Gigatonnen belaufendes CO2-Limit im Jahr 2030 überschreiten, und es wird erwartet, dass die Emissionen aus der Tierhaltung bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent steigen werden! Weiterhin geht mit der Viehzucht ein bedeutender Verbrauch von Wasser einher, der heutzutage weltweit bereits 20 - 33 Prozent des Frischwasser-Verbrauches ausmacht. Für die Tiere selbst und für das Getreide, das für ihre Ernährung angebaut wird, wird ein Drittel aller nicht von Eis bedeckten Landflächen dieses Planeten verbraucht. Die Viehzucht gehört auch zu den führenden Gründen für die Ausrottung von Arten, für tote Zonen in den Ozeanen, für Wasserverschmutzung und die Vernichtung von Lebensräumen. Sie ist der Hauptgrund für Abholzungen weltweit. Die bhutanischen Projekte verschlimmern diese Probleme. Beispielsweise ist uns bekannt, dass bereits Wälder abgeholzt wurden für die 800-Morgen-Farm im Dorf Samrang.

Sollten die gigantischen Fleischverarbeitungs-Projekte das Volk von Bhutan dazu bringen, mehr Fleisch zu essen, wird auch dies weiteres Leid hervorrufen, welches den Krankheiten der westlichen Länder entspricht: Herzkrankheiten, Krebs, Diabetes, um nur einige zu nennen. Diese Krankheiten verursachen hohe Kosten, das heißt neue Ausgaben, die auf die Regierung von Bhutan zukommen werden.

Wir sind der Überzeugung, dass Sie bei genauem Hinsehen erkennen werden, dass diese Projekte dem Königreich Bhutan mehr Schaden zufügen, als Nutzen - insbesondere der Bevölkerung und der Umwelt. Es gibt sicherlich bessere Wege, um die bhutanische Wirtschaft zu fördern, welche nicht solche negative Auswirkungen haben, die kein Tierleid hervorrufen, keine menschlichen Krankheiten mit sich bringen und keine ökologische Zerstörung. Wir sind der Meinung, dass die gegenwärtige Werbung für die riesigen Einrichtungen zur Fleischverarbeitung das Volk von Bhutan in die falsche Richtung führt. Deshalb hat Pung-Thim Dratshang (die zentrale klösterliche Vereinigung in Bhutan) ebenfalls eine Petition eingereicht, mit der die Regierung gebeten wird, die Mega-Fleischverarbeitungs-Projekte zu stoppen. Angesichts der aktuellen Lage bitten wir Sie, die tiefgründigen Worte dieser erhabenen Institution nochmals zu prüfen.

Vor diesem Hintergrund bitten wir, die Unterzeichner, respektvoll die Regierung von Bhutan, sofort die Pläne für die Mega-Fleischverarbeitungs-Projekte aufzugeben. Die internationale Gemeinschaft betrachtet Bhutan als ein Beispiel dafür, wie eine Gesellschaft aussehen kann, wenn sie auf buddhistischen Werten basiert und auf den mahayanischen Prinzipien, zum Wohle aller empfindungsfähiger Wesen zu handeln. Die Welt hat sich inspirieren lassen durch Ihre Entwicklung des "Brutto-National-Glücks". Während Sie das Projekt überdenken und nach rechtschaffenen Alternativen suchen, sind unsere Gebete und unsere Unterstützung mit Ihnen.

Jetzt unterzeichnen!


(Zur Unterzeichnung der Petition leiten wir Dich auf unsere amerikanische Website.)

 

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